Nervenschmerzen

Nervenschmerzen bilden neben Rücken- und Kopfschmerzen eine der Hauptursachen chronischer Schmerzen. Ob es Schmerzen sind, die nach einer abgeheilten Gürtelrose bestehen bleiben, Fußschmerzen beim Zuckerkranken oder Phantom- bzw. Stumpfschmerzen nach einer Amputation – sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind durch ihren brennenden, stechenden Charakter sowie ihr attackenartig einschießendes Auftreten besonders schwer zu ertragen.

Die Betroffenen leiden oft über Jahre hinweg, weil die Ursachen nicht behoben werden können. In kaum einem anderen Schmerzbereich sind der Medizin so enge Grenzen gesetzt. Denn eine zugrunde liegende Nervenschädigung kann oftmals nicht behoben werden. Die Behandlung zielt daher in erster Linie auf eine wirksame Schmerzlinderung. Sie schützt auch davor, dass sich die Schmerzen weiter verselbständigen und zu einer eigenständigen Krankheit werden. Denn dies bedeutet immer einen immensen Verlust an Lebensqualität. Gerade daher ist es so wichtig, möglichst frühzeitig effektiv gegen Schmerzen vorzugehen.

Chronische Schmerzen können heute nach dem so genannten Stufenschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelindert werden. Bei diesem Therapiekonzept werden je nach der Intensität der Schmerzen entsprechend potente Schmerzmittel in Verbindung mit geeigneten Co-Medikamenten eingesetzt. Dabei können gegebenenfalls auch so genannte stark wirksame Opioide verordnet werden. Diese hochpotenten Schmerzmittel sind für eine Langzeit- oder Dauertherapie besser geeignet als hohe Dosen der schwächer wirksamen nicht-opioid- Schmerzmittel, die häufig nur unzureichend wirken und darüber hinaus aufgrund ihres sauren Charakters bei Langzeitanwendung Magenprobleme und andere Störungen verursachen können.

Als Co-Medikation bieten sich bei Nervenschmerzen besonders Medikamente aus der Gruppe der Antidepressiva bzw. Antikonvulsiva an. Obwohl diese Substanzen nicht direkt in die Schmerzentstehung eingreifen sind sie therapeutisch von hohem Nutzen, da sie in unterschiedlichen Strukturen unseres Nervensystems in die Mechanismen der Schmerzverarbeitung eingreifen. Dieses heutige bessere Verständnis der Schmerzentstehung und Schmerzverarbeitung führt zu der Erkenntnis, dass bei starken Schmerzen früher zu Medikamenten wie z.B. Opioiden gegriffen werden sollte, sofern diese eine spürbar bessere Wirkung auf die Nervenschmerzen haben. Stark wirksame Opioide werden daher auch bei Nervenschmerzen immer häufiger zur Langzeittherapie verordnet.

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